Der Titel ist zugegeben nicht ganz richtig. Akkurater wäre: Auf der Matte mit Markus Söder. Denn da war ich mit Felix, meinem Gast, als er darüber scherzte, ich sollte an Söder denken, um die erotische Stimmung zu ruinieren. [*1]

Nach einem Lachanfall meinte der junge Mann zu mir: „Das ist dann auch der Titel für den Blog.“ Verzeih mir also den reißerischen Titel. An sich geht es um ein zweites Mal, um Sarkasmus, und darum, wie Sexualität und Selbstbewusstsein in wenigen Monaten wachsen können.

Ein zweites Mal

Es war unser zweites Treffen. Bei der ersten Begegnung überraschte mich Felix mit einer roten Schleife um seinen Schaft [*2] – denn es war sein erstes Mal. Zuvor hatte er eine Tantramassage erlebt, um als erste Erfahrung und “um Mut für mehr zu sammeln”, wie er erklärt. Seinen Humor und seine Lockerheit hatte ich noch richtig gut in Erinnerung.

Die Schleife ziert seitdem übrigens meinen Oktopus! Felix ist sie sofort ins Auge gefallen.

Selfie von Jay, Gesicht am Arm eines Plüsch-Oktopusses mit roter Schleife.

Zurück zum zweiten Treffen. Vor allem sein Humor waren, wie Du Dir vom Zitat zu Beginn denken kannst, auch diesmal sehr präsent. Sex kann so herrlich komisch sein! Es ist wunderbar, wenn das auch im Abenteuer mitschwingen darf. Wenn die Absurdität mancher Momente kenntlich wird, ein herzhafter Lacher die Ernsthaftigkeit unterbricht oder historischer und politischer Humor mit ins Bett darf.

Oder eben auf die Matte. Denn dort hatten wir unser Lager eingerichtet, für eine Mischung aus gegenseitiger Massage, Sinnlichkeit und viel Forschen.

Begegnungen mit „Absolute Beginners“, also Menschen mit wenig oder gar keiner Erfahrung, sind ebenso unterschiedlich wie die Menschen selbst. Sie können sanft und behutsam sein, wie Patrick schildert. Sie können anstatt Flow den Forschungsgeist in den Mittelpunkt stellen. Oder eben auch den Humor, wie in diesem Fall. Auch wenn ich das Bild von Markus Söder auf dieser Matte nicht mehr loswerde…

Nachhaltige Veränderung

Das verzeihe ich Felix aber gerne. Denn was mich auch einige Tage nach unserer Begegnung noch beeindruckt: seine Ausstrahlung. Die hat sich in den letzten neun Monaten enorm verändert.

Ich erinnere mich an einen sehr schüchternen, jungen Mann. Vor mir stand nun jemand, der weiß, was er im Leben will. Eine Spur Nervosität schwang bei der Begrüßung mit, aber sein Strahlen wirkte gefestigt, seine Art ruhiger. Als hätte er mehr zu sich gefunden.

Im Laufe des Mittagessens bestätigte sich mein Eindruck. Neben weiteren tantrischen Erfahrungen hatte ich auch beruflich einiges getan – Weiterbildung statt weiter im gleichen Job. Das würde ihn zwar Zeit kosten, ihn aber umso besser aufstellen.

So selbstbewusst, wie er mit mir auf der Matte agierte, traue ich ihm zu, diese Sicherheit bald ins Private zu tragen. Genau dafür existieren Räume wie meiner: Unterstützende Sexarbeit und Escort öffnen Erfahrungsräume, in denen Selbstbewusstsein wachsen kann – und von dort strahlt das Sexuelle auf alle Bereiche des Lebens aus. Eine selbstbestimmte, erfüllte Sexualität im eigenen Alltag ist nicht das Gegenteil meiner Arbeit. Sie ist oft ihr schönstes Ergebnis.

Bei Felix vermute ich, dass ihn bald jemand ganz ohne rote Schleife empfängt. Und Markus Söder hat dabei hoffentlich Sendepause.

Felix Sicht der Dinge

Solch intime Blogs veröffentliche ich nur mit Segen der Erwähnten. Von Felix kam nicht nur ein Segen, sondern auch noch die Erlaubnis, einen Namen zu verwenden und ein herrlicher Kommentar, den ich den lieben Lesenden nicht vorenthalten kann – es ist mir physisch unmöglich! (Und ja, ich rezitierte tatsächlich Oscar Wilde beim Sex.)

Meine Persönliche Sicht der Dinge:

Im Bett mit Markus Söder, oder wie ich lernte die Schläge von Jay the Ripper zu genießen. (Wir wissen alle, ein wunderbarer Titel für einen Porno 😜)

Wir trafen uns, gingen gemeinsam lecker Essen und machten uns zu Fuß in Richtung Jays Funflat. Derweil unterhielten wir uns darüber, dass Du letzte Woche auf der BoundCon in München warst und auch ein Toy mitgebracht hast, womit wir spielen könnten.

[*1] Ich fragte, ob Markus Söder die Messe eröffnet hat? “Er eröffnet doch sonst so gerne medienwirksam allerlei Dinge!“
Du entgegnest mir: “So gerne, wie er sich verkleidet, würde die BoundCon tatsächlich zu ihm passen.”

Nun da ich rote Faden, beziehungsweise rote Schleifen liebe [*2], habe ich es halt auf dem Futon [von Jay als Matte betitelt aber offiziell eben Futon] in bester Manier wieder aufgenommen.

Unser erstes Treffen war “Poetry und Play” in 5 Akten mit einer Jay, die wunderbar auf mir drauf sitzend Oscar Wildes “The Ballade of Reading Gaol” rezitierte, während ich mein inneres Gefängnis der Jungfräulichkeit überwinden durfte.

Eine Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann, wie ihre Augen bei Kunst und Gedichten leuchten. Aber ich schweife ab.
Beim zweiten Treffen spielten wir mit Sarkasmus, mit viel Kitzeln, Halten, mehr Trockensex, als penetrativen und tolle Schlägen mit besagtem Toy, während wir uns wunderbar verbunden fühlten.

Ein wunderbar kraftbringendes und voller Geborgenheit, elektrisierendes Date.

Danke Dir Jay.

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