Das Jahr 2025 ist für mich das Jahr des Lernens. Für mich heißt das: Lomi-Massage-Kurs, Sexualtherapie-Ausbildung und Methode nach Kristina Marlen. Doch auch über formelle Maßnahmen hinaus bin ich überzeugt, dass wir immer etwas dazulernen können. Du magst Profi sein in etwas – aber ausgelernt hast Du noch lange nicht.
Vom Profi im Spanken bin ich noch weit entfernt. Spanking ist das genussvolle, lustvolle Schlagen im BDSM-Bereich, das ich durchaus gerne mache… Wenn auch mehr mit der Hand, da ich die Nähe zu meinem Gegenüber schätze.
Weitere Schlaginstrumente kenne ich, doch fehlt mir der Zugang, um ihr Lustpotential zu würdigen. Als ich dann einen Spanking Workshop von Gillian im Veranstaltungskalender der Grande Opera, einem Fetisch Club in Offenbach, entdeckte, war meine intuitive Reaktion: Oh ja!
Was bringt ein Spanking Workshop?
Durchgeführt wurde er von Gillian, einem DJ und BDSMler, der seit 30 Jahren in der Szene aktiv ist. Den Großteil seines Schlagwerkzeugs hatte er auf einem langen Tisch vor dem DJ-Pult ausgebreitet. Reitgerten, Rohrstöcke, Paddle (breite Klatsche) und diverse Flogger (Peitschen) sowie eigene Kreationen waren sauber aufgereiht und zogen unsere Blicke auf sich.
Los ging’s aber mit Theorie. Wohin dürfen wir schlagen? Allgemein nicht auf Knochen, Gelenke, Kopf oder Wirbelsäule. Doch das hängt auch vom Instrument ab. Ein leichter Flogger (Peitsche mit Riemen) darf mehr als ein hartes Paddle (breite Klatsche) oder ein Rohrstock.
Für viele der Anwesenden war das gemütliche Wiederholung, doch wir hatten auch einige Anfänger dabei.
Recht schnell ging es weiter mit Spielarten und der richtigen Handhabung der einzelnen Schlaginstrumente. Mich überraschte dabei, wie nah er selbst am Gegenüber spielt. Das erzählte er nicht nur, sondern zeigte auch am lebenden Sub(jekt).
Mein erster Aha-Moment: Ui, ich kann auch mit Schlaginstrumenten ganz nah bleiben!
Für mich als Reaktionsfetischist, den die lustvolle Reaktion meines Gegenübers kickt, eine kleine Offenbarung.
Nach überraschend langem Input durften wir selbst Hand anlegen. Alle Instrumente (bis auf zwei Negativbeispiele, die nur zur Veranschaulichung dabei waren, sowie zwei, die Gillian nur mit seinem Sub nutzt), konnten wir nehmen und aneinander testen.
Und das sollte jeder, der den aktiven Part einnehmen möchte, auf jeden Fall tun. Wie kann ich denn einen Flogger oder eine Gerte an einem anderen Menschen einsetzen, wenn ich nicht weiß, wie sich das anfühlt?
Ja, auch wenn’s weh tut.
Was ich aus dem Spanking Workshop mitnehme
Neben meiner Erkenntnis hinsichtlich der Nähe nehme ich eine neue Faszination für kurze Flogger, den Rohrstock sowie die Bullwhip mit.
Hä, was? Moment, ich spul mal zurück…
Flogger verleihen Flügel
Kurze Flogger erlauben mir, viel näher an meinem Gegenüber zu spielen. Dabei macht das Material den Unterschied, wie schmerzhaft er ist. Ich streichle meine devoten oder passiven Gäste gerne mit dem tollen roten Exemplar aus Leder, das eine Freundin handgefertigt hat. Soll es aber schmerzhafter sein, weiß ich nun, dass es Materialien gibt, die auch kleinen Menschen wie mir ordentlich Wums geben.
Und seitdem ich sehen durfte, wie Gilian mit zwei Floggern gleichzeitig eine der Vorführ-Subs “bearbeitete”, ist mein Kopfkino voller Möglichkeiten, wie ich viel mehr Variation in die Reize bringen kann, die ich als dominanter Part gebe.
Praktischerweise waren auch zwei Hersteller vor Ort, die handgefertigte Flogger herstellen. Bei Flogger_Kirsche wurde ich fündig – und besitze nun zwei Sets. Einmal aus Latex, für softe Momente… und einmal aus Gummi, zum richtig gut Zwirbeln 😉
Rohrstock Trance
Aufgrund eigener negativer Erfahrungen mit dem Rohrstock auf passiver Seite vor einigen Jahren empfand ich das Instrument bisher immer als Mittel zur Bestrafung.
Ich hörte immer mal wieder von Menschen, die stundenlange Rohrstock-Sessions genießen können als empfangender Part, doch konnte ich mir das kaum vorstellen. Selbst mit genügend Aufwärmen erschien mir der Rohrstock zu heftig für langlebige Lust.
Dann erklärte Gillian sowohl den richtigen Umgang mit Rohrstöcken als auch die neurobiologischen Mechanismen hinter dem Effekt. Und ich hatte den zweiten Aha-Moment des Abends… und viel Lust, das auszutesten.
Die Poesie der Bullwhip
Keine Berührung hatte ich zuvor mit der Bullwhip, also der Bullenpeitsche. An sich ein Arbeitsinstrument von Rinder- und Pferdehirten, genießt diese lange, geflochtene Peitsche einen besonderen Status in der BDSM-Szene.
Denn so schön der Knall der Peitsche auch ist, falsch eingesetzt kann sie schlimm verletzen und z. B. Einblutungen der Niere verursachen. Deshalb muss der Mensch, der sie schwingt, auch wirklich wissen, was er oder sie tut.
Spüren durfte ich sie noch nie. Doch das hat sich an dem Spanking Workshop geändert. Ich war sogar Vorführmodell, als unsere Kleingruppe erste Schwingversuche starten durfte. Zu merken, wie sich das meterlange Leder um meinen Körper wickelt, ganz sanft … aber mit Nachdruck … ist ein wunderbares Gefühl!
Sie hinterlässt wunderbare Spuren, wenn sie fester schwingt. Leider blieb nur ein kleiner Striemen zurück:
Selbst durfte ich auch kurz üben und merkte: Wow, das ist ein tolles Ding!
Bevor ich das aber wirklich anbiete, brauche ich erst eine hochwertige Bullwhip. Qualitativ Hochwertige liegen aufgrund der Handarbeit bei 350-400€. Und dann muss ich üben.
Im Gegensatz zu Flogger oder Rohrstock ist das also noch nichts, womit ich mein Repertoire erweitern kann im Fetisch Escort Bereich. Aber der Funke ist übergesprungen!
Ausblick
Okay, durchatmen. Es waren zwar nur fünf Stunden mit viel Theorie, doch nehme ich für mich unglaublich viel aus diesem Spanking Workshop mit. Wer mich im bizarren Bereich treffen möchte, kann sich also auf mehr Fähigkeiten freuen!
Mal sehen, was ich sonst noch so für Workshops belege dieses Jahr…
Hallo liebe Jay!
Du überrascht mich immer wieder aufs Neue! Dass Du derartigen Praktiken. so viel abgewinnen kannst!
Für mich sind derartige Praktiken mit leidvollen Erinnerungen an Kindheit und Jugend verbunden. Somit kann ich persönlich diesen Spielkarten gar Nichts abgewinnen. Leichte Fesselungen wären eventuell noch möglich, mehr aber definitiv nicht.
Ich kann zwar Einiges an Schmerz ab,
aus diversen Unfallszenarien und Krankheiten, aber ich brauche Diese nicht für sexuelle Befriedigung!
Dafür ist die Sehnsucht nach Zärtlichkeit und körperlicher Nähe größer. Und Die nicht nur im Empfangen, nein viel lieber im Spenden. Deshalb nimmt mich Deine Fortbildung im Bereich Massage eher ab. Ich wünsche Dir eine wundervollen Zeit, viel Erfolg und freue mich auf ein erneutes Treffen mit Dir! Im Kopf, vier Stunden gegenseitiges Berühren, Massieren und anregende Gespräche!
Sei lieb gegrüßt und liebevoll umarmt,
der Nordmann ( Dirk)
Danke dir für deine Offenheit, lieber Dirk! So unterschiedlich sind die Menschen 🙂
Dir liebe Jay wieder vielen Dank für die Teilhabe.
Irgendwie hat es hier wohl mit der richtigen Dosierung von Schmerzen zu tuen, um eine Lust zu empfinden. Ich mache mir immer Sorgen, daß jemand verletzt wird. Grundsätzlich ist das Ziel eines Workshops wohl genau das zu vermeiden -;).
Frage mich, ob es wohl eher für Menschen in Frage kommt, die bisher zu wenig Schmerz in ihrem Leben erfahren haben und deshalb auf dosierten Schmerz zur Luststeigerung Wert legen oder ob es noch andere Kategorien gibt. Freiwillig Schmerzen????
Ich habe bisher in meinem Leben soviel Schmerz wegstecken müssen (Wundschmerzen, Muskelschmerzen, Katheter reinprügeln nach OP., Sturzschmerzen, Bänderrisse, Belastungsschmerz), daß mir ein wenig die Vorstellungskraft fehlt daran Gefallen zu finden.
Gern bezeichne ich die BW Zeit als meine individuelle BDSM Zeit. Körperlich die anstrengenste Zeit meines Lebens. Fremd gesteuerter Belastungsschmerz durch Vorgesetzte, daß waren dann wohl meine „Doms“.
Für sanftere Praktiken fehlt mir noch der Zugang. Muß man vermutlich noch verproben.
Mit Schmerzen kann ich nicht viel anfangen. Weder bei mir noch bei anderen. Im Gegenteil „spüre“ ich die Schmerzen mit, andere leiden.
Anscheinend ist das aber eine ganz andere Sache.
Allerdings mag ich mich auch selbst spüren wenn ich im Gym war. Ist ein geiles Gefühl und ich weiß dann dass ich was getan habe
Spannende Paralele! Der Schmerz vom Sport tut ja auch gut… das ist für manche im Lustschmerz ein ähnliches Gefühl, so wie ich das verstehe.
Eigentlich wollte ich wollte ich noch was zu meinem Kommentar vorhin noch was schreiben. Viele deiner Follower können vielleicht etwas mit den diversen Fachausdrücken etwas anfangen. Ich weiß aber oft nicht was da gemeint ist.
Aber dafür gibt es ja Google 😉
Anscheinend hat dir die Veranstaltung gut gefallen. Deine Nippel sind ganz steif und sehen gei aus. Das turnt mic richtig an 😜
Oh danke für den Hinweis! Da bin ich wohl richtig blind… Über welche Begriffe bist du denn gestolpert?
Hatte im zweiten Edit dann kapiert, dass ich „Spanking“ erklären sollte ^^